Südwest Island

Mit dem Fahrrad durch Südwest-Island

Island steht für Natur pur. Weite, von aktiven Vulkanen geprägte Landschaften, zahllose Wasserfälle, Flüsse und Seen, riesige Gletscher, heiße Quellen und Geysire haben eine magische Anziehungskraft.

Andreas Hartmanns Radreise durch das westlichste Land Europas im Nordatlantik ist von zahlreichen Höhepunkten gespickt. Sie beginnt auf der Vulkanhalbinsel Reykjanes und führt über Reykjavik, dem Goldenen Kreis mit Pingvellir, Geysir und Gullfoss, den weiten farbenprächtigen, vergletscherten Landschaften Südislands mit den Wasserfällen Faxi, Urrida, Seljaland und Skoga und hat ihr Ziel in der Felslandschaft Dyrholaey nahe der Stadt Vik.


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Ich bin schon vor dem Wecker klingeln wach und ausgeschlafen. Heute gibt es erst um 8:00 Uhr Frühstück. Nach den morgendlichen Tourvorbereitungen – das Fahrrad ist startklar – gehe ich hinüber zum Geysir-Gelände. Es ist fast menschenleer. Ich genieße die Ruhe und das Blubbern der Hotspots. Es werden heute die schönsten Fotos. Auch der Strokkur, auf Deutsch das Butterfass, tut mir den Gefallen und springt genau im richtigen Moment in die Höhe. Das Wetter ist bedeckt und von Regen glücklicherweise keine Spur. Es ist aber mit 7 °C recht kalt. Ich frühstücke wieder reichlich und bin so gut gerüstet für unterwegs.

Punkt Neun beginnt die Fahrt, heute mit zusätzlicher Jacke, langen Shirt und Fließhandschuhen. Vom gestrigen Regen stehen noch die Pfützen auf der Straße. Ich gleite fast geräuschlos dahin und betrachte die Natur. Die Straße bin ich schon am gestrigen Tag in umgekehrter Richtung gefahren. Nach fünf Kilometern biege ich in Richtung Sellfoss ab. Dort bzw. 15 Kilometer zuvor werde ich die Ringstraße erreichen. Bis zu dieser Kreuzung sind es etwa 60 Kilometer.

Nach einer halben Stunde Fahrzeit blicke ich zurück und kann den gerade ausbrechenden Strokkur nochmals beobachten. Es ist wie ein kleiner Abschiedsgruß. Ein paar Islandpferde schauen dabei zu. Die Strecke ist wieder leicht hügelig und führt vorbei an einigen Pferde- und Schafkoppeln sowie weiten Graslandschaften. Die Bauern haben ihr Heu eingefahren und in zahllosen Rollen auf den Feldern liegen.

Nach etwa einer Stunde Fahrt fällt mir ein Denkmalschild auf, dass ich zunächst wenig beachte. 500 Meter zeigt dies an. Ich bin schon fast an dem gleichen Schild auf der anderen Straßenseite vorbeigefahren, da fällt mir ein, dass hier der Wasserfall Faxi sein müsste. Er ist auf meiner Karte nicht verzeichnet. Also zurück. Ich werde nicht enttäuscht. Unweit der Straße fällt ein breiter Wasserfall 20 Meter in die Tiefe. Während ich dieses Naturschauspiel fotografiere, nähert sich unbemerkt eine Reisegruppe. Es sind Deutsche, sie wollen weiter zum Geysir. Ich fahre weiter und beobachte, wie zwei Ranger ihre Pferde bändigen wollen. Es sind etwa 50 Tiere, die einfach nicht gehorchen wollen.

Ich zweige nun ab auf die Straße N 359 in Richtung Fludir. Neun Kilometer zeigt der Wegweiser bis zu den Ort. Zunächst quere ich den Fluss Tungufljot und sehe wenig später einen Wegweiser zu einer kleinen Kirche. Die schau ich mir an, denke ich mir. 700 Meter geht’s über eine Schotterpiste und schon stehe ich davor. Die Kirche ist offen und ich trete ein. Es ist ein kleiner liebevoll hergerichteter Ort der Besinnung. Die Einrichtung besteht überwiegend aus Holz. Der kleine Abstecher hat sich für mich gelohnt. Der Ort Fludir ist relativ klein und wenig spektakulär. Spektakel machen aber wieder die Austernfischer, die es wieder auf mich abgesehen haben. Ich drehe ein Video von den Vögeln, damit sie mir in Erinnerung bleiben. So richtig angriffslustig sind sie heute aber nicht.

Gegen 13 Uhr erreiche ich die Ringstraße. Der Tacho zeigt 60 Kilometer an. Es ist Zeit für eine Rast. Jetzt kommt mir ein schwer bepackter Radfahrer entgegen. Er ist Amerikaner und will zum Gullfoss. Er ist schon vier Wochen die Ringstraße abgefahren, erzählt er mir. Er versucht sich mit deutsch, ich mit englisch. Es ist sehr lustig. Wir können uns gut verständigen und wünschen uns gegenseitig alles Gute. Er nutzt eine Karte im Maßstab 1:1.000.000. Damit könnte ich nie unterwegs sein. Meine Karte hat einen Maßstab von 1:250.000, selbst dort ist vieles nicht eingezeichnet.

Nach drei Kilometern auf der N 1 biege ich zum Urridafoss ab. In einem Prospekt war dies eine Empfehlung. Der Ami hat davon bestimmt nichts mitbekommen. Die Schotterpiste eignet sich einigermaßen zum Fahren. Nach wenigen Minuten bin ich da. Es ist ein herrlicher Anblick. Der Wasserfall ist deutlich mächtiger als der Faxi. Er geht über mehrere Stufen und ist von verschiedenen Positionen das Fotomotiv schlechthin. Hier verweile ich einige Zeit, setze mich in die bunte Blumenwiese, esse etwas und betrachte die wilden Wassermassen.

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